2'500 km quer durch Mozambique

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20101219 01Insbesondere im Norden und in den zentralen Teilen des Lades sind Transportmöglichkeiten rar und schnelle Verbindungen ("Expressbusse" und Flüge) schon weit im Voraus ausgebucht.  So entschlossen wir uns, von der Ilha aus nicht weiter in den Norden nach Pemba zu reisen, da alle Flüge innert nützlicher Frist von Pemba aus Richtung Süden ausgebucht waren und allein schon die Reise von der Ilha in den Süden des Landes drei Tage in Anspruch nahm. Und wir wollen hier unsere Zeit ja nicht nur in Bussen verbringen... Vor der Abfahrt am Busbahnhof von Nampula wurde Andi Opfer eines Taschendiebs. Die Beute des Diebs: 70 Meticais (~2 CHF) und eine blaue Rippe, die er von Andis Ellbogen kassierte, als dieser merkte, dass jemand an seinen Taschen herumfingert. Die Busfahrt lehrte uns neue Dimensionen des 'Leidens'. 9h (gefühlte 100h!!) dauerte die Fahrt nach Quelimane in dem mehr als gefüllten Bus. Dass es draussen "nur" noch, für Afrikaner schon fast kälteschockverdächtige 27°C waren, führte dazu, dass sie fast alle Fenster geschlossen hielten, wir fast verschmachteten und das 'Aroma' im Bus entsprechend an Intensität gewann (nur bedingt wegen uns!)... Der Abendstopp in Quelimane ist nicht weiter erwähnenswert. Eine etwas heruntergekommene Hafenstadt am Fluss. Mit der Pensão Ideal griffen wir etwas daneben, ist aber nicht weiter der Rede wert, mussten wir doch eh wieder um 02:45 aufstehen, um den nächsten Bus bis nach Maxix zu nehmen (Abfahrt 04:00). Abgesehen davon, dass Preis und Qualität mal wieder umgekehrt proportional zu einander standen, trauten wir unseren Augen kaum, als einer unserer beiden Plätze im Bus leider zweimal verkauft worden war und somit schon besetzt war. Wir erhielten dann einen Platz zu vorderst und auf der Motorhaube, direkt neben dem Fahrer. Alles in allem ein glücklicher Umstand, hatten wir doch soviel Beinfreiheit wie noch nie und auch der Ausgang war direkt vor unserer Nase. 20101219 03Abgesehen von zahlreichen WC- und Verpflegungsstops und einer Polizeistrassensperre mit der ersten Passkontrolle gingen die 19h (!!) Busfahrt ganz gut vorüber. Tags darauf gings dann endlich mal nicht so früh weiter. Ein kleines Boot brachte uns nach Inhambane und ein Taxi an den Nordzipfel der Landzunge zum Praia da Barra. Der Entscheid, Pemba schweren Herzens auszulassen und direkt nach Süden zu fahren, erwies sich als richtig, zeigte sich doch, dass wir tatsächlich über drei Tage brauchten, bis wir an unserem nächsten Ziel am indischen Ozean - Praia da Barra - angekommen waren. Mit etwas Glück fanden wir noch eine Casita direkt in den Dünen, 50m vom Strand entfernt. Herrliche Lage, gemütliche, geräumige Hütte und der Ozean direkt vor unserer Tür. Die nächsten vier Tage gehörten dem Müssiggang :-) Hier stand auch unser erster Tauchgang im Salzwasser an - Barra Reef mit herrlicher Unterwasserwelt!
Auf einen Tip hin machten wir noch einen Stop in Zàvora, statt direkt nach Maputo zu fahren. Etwas Pech, dass der Pick-Up von der Kreuzung bis zur Lodge über 2h und 3 Anrufe 20101219 04benötigte, um uns abzuhohlen... Zum Glück fanden wir in einem Mini-Kiosk Unterschlupf vor dem krachenden Monsungewitter. Der Zwischenstop mit zwei Übernachtungen lohnte sich, lag die Lodge doch auf einer Sanddüne hoch über der wunderschönen Zàvorabucht. Der Service in der Lodge war nicht ganz dem Preis entsprechend, wenigstens konnten wir den Zuschlag für die Hauptsaison (~30%) wegverhandeln! Zàvora gilt als die Hochburg für das Tauchen mit Mantas, leider schienen das die Viecher nicht gewusst zu haben und zeigten sich uns auf unseren zwei Tauchgängen nicht. Die Stachelrochen und die gigantische Meeresschildkröte waren neben der atemberaubenden Fischwelt die Höhepunkte.


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Die Weiterreise nach Maputo startete verhalten. Die Suche nach einer Mitfahrgelegenheit bis zur Hauptstrasse gestaltete sich harzig. Schliesslich hatten wir jedoch Glück und konnten im Land Rover des Besitzers der Lodge etwa 100 der 450km Richtung Süden mitfahren. Kaum aus dem Wagen ausgestiegen und die Rucksäcke noch gar nicht richtig in den Sand gestellt hielt auch schon ein Bus, der uns dann bis nach Maputo brachte und uns um etwa 22:30 in dunkelster Nacht am Busbahnhof einige Kilometer vom Centrum entfernt, auslud - nicht gerade das, was man unter einem gemütlichen Transfer in die City versteht ;-) Dank des Einsatzes einiger neuer "Friends" fanden wir dann doch noch ein Taxi. Im Hotel angekommen reichte das Wasser noch für Andi zum Duschen, für Linda nicht mehr :-p

20101219 14Nach etwas ausschlafen gings am späteren Vormittag auf Erkundungstour. Maputo ist ein Mix aus portugisischem Flair à la Lissabon, dem sowjetischen Einfluss aus der Zeit des Kommunismus und dem Zerfall durch den langen Bürgerkrieg. Die Stadt scheint überall grün zu sein, schöne Alléen mit den typisch portugisischen Mosaikmustern auf dem Troittoir, zerfallende und frisch renovierte Bauten aus der Kolonialzeit und mittendrin auch Plattenbauten, wie sie in der Agglo von Bratislava, Warschau oder Budapest stehen könnten. Fast überall herrscht eine geschäftige Stimmung, viele Händler und Läden, Taxis, Busse, Strassenkaffées und Märkte. Souveniers wurden fleissig geshoppt und Linda konnte auch endlich nach drei Wochen ihre kaputten Flip-Flops ersetzen :-)

 

 

 

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Nach zwei Tagen in Maputo geht's heute mit dem Nachtbus nach Johannesburg und anschliessend geich weiter mit dem Flieger nach Kapstadt - wohl definitiv der Abschied von 'real Africa' - wo wir dann eine ganze Woche bleiben werden.

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