irgendwo im nirgendwo

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Mit dem Toyota Pickup zweier Ärzte aus den USA und England ging es Richtung Blantyre im Süden Malawis. Man muss sich keine Sorgen machen, wie man einen Platten flickt, wenn der Besitzer nach der Montage des R20101206 01eserverades es versäumt hat, nach einigen Kilometern die Radmuttern nachzuprüfen und gegebenenfalls nachzuziehen - folglich einen das Hinterrad bei etwa 100km/h links überholt und im Busch verschwindet... Mit tatkräftiger (und fachmännischer!) Unterstützung des halben Dorfes wurde das Auto wieder fit gemacht. In reduziertem Tempo haben wir es dann doch noch bis nach Blantyre geschafft. Ironie: Das südliche Afrika gilt landläufig ja nicht gerade als verkehrssicher, die heikelste Situation erlebten wir aber in einem frisch aus England importiertem 4WD mit europäischem Fahrer ;-)20101206 02
Am nächsten Morgen haben wir zuerst unsere Vorräte für die Mulanje-Bergtour beschafft. Schon um 7 Uhr Morgens (!) floss der Schweiss auf dem knapp 2km langen Weg zum Shoprite Supermarkt in Strömen - ca. 32°C. Die Minibussfahrt Richtung Osten gestaltete sich langsamer als geplant - bzw. als gehofft.... Die letzten zehn Kilometer zum Parkeingang wurden dann noch auf Velotaxis zurückgelegt. Die Mulanje-Mountains brachten die erhoffte Abkühlung. In der zweiten Nacht fast schon zuviel, sodass wir nach heftigen Gewittern und stundenlangen sintflutartigen Regengüssen die Besteigung des Sapitwa-Peaks schweren Herzens absagen mussten.

 

 

 

 

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Tags darauf gings über die Grenze nach Moçambique - unkompliziert und speditiv. Leider blieben wir aber bereits in der Grenzstadt Milange morgens um 10:00 hängen, da alle Transportmöglichkeiten zwischen 04:00 und 06:00 die Stadt verlassen haben. Die Armut und insbesondere den Mangel an Infrastruktur, wie zum Beispiel an Bussen, kriegten wir direkt zu spüren. 20101206 08
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Das Land ist noch immer von dem destruktiven Verhalten der Portugiesen nach der Unabhängigkeit 1975 (die meisten ansässigen Portugiesen reagierten auf die Unabhängigkeit Moçambiques mit Sabotage - der Zerstörung ihrer Fabriken, Maschinen und Gebäude - und  einer panikartigen Flucht aus dem Land - so verliessen auch 80% der portugiesischen Ärzte das Land, nur 85 Ärtze blieben) und vom langen Bürgerkrieg gezeichnet. Ende der 1980er Jahre war Moçambique das ärmste Land der Welt. Die Leute strahlen aber eine Lebensfreude und Zuversicht aus, die uns auch nachdenklich stimmt, ziehen wir doch automatisch Vergleiche mit unserer Welt und unseren 'Problemen' und Bedürfnissen. Die Entwicklung und die Bestrebungen vorwärts zu kommen, sind überall sichtbar. Für die knapp 20 Jahre seit dem Ende des Bürgerkriegs sind schon enorme Leistungen vollbracht worden.
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In Milange finden wir - dank einem sich um uns sorgenden Einheimischen - einen sicheren Unterschlupf in der katholischen Mission bei Padre Josef und dürfen auch die Abendmesse mit 6 'Sisters' miterleben. Aufgrund der bestenden bzw. eben nicht bestehenden Transportmöglichkeiten mussten wir unsere Pläne etwas ändern und die Zugfahrt von Cuamba nach Nampula streichen, da es einfach zu unsicher ist, wann wie wo welcher Bus und Zug wohin und ob überhaupt fährt. Am nächsten Morgen gings um 05:00 dann aber tatsächlich mit einem Lastwagen weiter Richtung Osten dem Meer entgegen. Wir hatten Glück und konnten uns dank Padre Josefs Hilfe die beiden Plätze in der Fahrerkabine sichern. Die Ladefläche wurde - wie üblich - bis zum bersten voll mit Menschen und Ware beladen. Die siebenstündige Fahrt (für 200km!) an der sengenden Sonne über die Wellblech-/ Schlaglochpiste hätten wir Weicheier-Weisse auf der Ladefläche sicher nicht unbeschadet überstanden!20101206 09
Mit unserem bischen Spanischwissen und dem Portugisischwörterbuch schlagen wir uns ganz gut, auch wenn es dann manchmal doch ein Weilchen dauert, bis wir herausfinden, wann und wo z.B. der nächste Bus fährt. Dies liegt aber nicht nur an uns ;-) Die Busse starten nicht immer von einem zentralen Busbahnhof aus , sondern von irgendeinem Platz. Ohne Stadtplan und ohne Taxis ist es dann teils nicht ganz einfach dorthin zu gelangen. Nach der jämmerlichen Staubpiste gings tagsdarauf (wieder um 05:00) im ordentlichen Grossbus über nagelneue Asphaltstrassen nach Nampula (5h - 450km) und gleich weiter mit dem nächsten Minibuss auf die Ilha de Moçambique (3h - 190km) im indischen Ozean. Hier gilt es nun erstmal auszuruhen und die Inselstadt, die unter dem Schutz das UNESCO Weltkulturerbes steht, zu erkunden und zugeniessen. Es ist wunderwunderschön hier!

 

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